Stille Plätze

Industrial SilenceEigentlich fotografiere ich am liebsten Motive, auf denen Menschen eine besondere Rolle spielen. So wird nicht nur eine bestimmte Emotion im gerechten Moment fixiert, sondern gibt mir oftmals die Gelegenheit, Geschichten hinter den Personen zu erfahren. Manchmal ziehe ich mich aber sehr gerne zurück, um mich von Orten selbst inspirieren zu lassen. „Stille Plätze“. Eine Fotoserie, die leise aber dennoch voll mit Gefühl ist und die frühere Anwesenheit von Menschen erahnen lässt. Und dazwischen stehe ich selbst mit meinen lauten Gedanken.

„Wörter helfen uns zu kommunizieren.
Nicht nur mit unserem Gegenüber, sondern auch mit uns selbst.
Wörter können Gedanken beschreiben.
Bis zu jenem Punkt, an dem es keinen Wortschatz mehr gibt.
Wörter sind Struktur aber gleichzeitig diffus.
Es obliegt einem jeden selbst, diese in Ordnung zu bringen.
Wörter sind kantig und hart.
Nur ein Bruchteil einer Sekunde ist nötig, damit sie entstehen können.
Wörter sind vergänglich.
Das Jetzt kann mit ihnen niemals bestimmt werden.
Bilder entstehen zuerst im Kopf.
Bilder vermögen ein vielfaches Mehr auszudrücken.
Bilder sind. Darüber lässt sich nicht diskutieren.
Bilder konnten durch die Zeit geformt werden.
Bilder bleiben. Im Kopf, auf Papier oder in der Luft.“

 Wer nicht sucht, der wird gefunden.

Eigentlich habe ich es nicht so mit „stillen“ Photographien. Manchmal fehlt mir selbst einfach die Geduld, mich hinzustellen, zu sehen um zum perfekten Bildausschnitt zu kommen. Aber vor kurzem bin ich mal wieder gefunden worden. Martin Obmann, Inhaber der gleichnamigen Werbe- und Eventagentur und guter Freund, ist vor kurzem in sein neues Büro gezogen. Schon während meines ersten Besuches bei ihm war ich vom Gelände rund um das Bürogebäude irgendwie fasziniert. Es hatte etwas verlassenes, etwas charakteristisches, ja fast etwas unheimliches. Schon damals war mir sofort klar, dass ich hier gerne einmal shooten möchten. Ich wurde im wahrsten Sinne des Wortes von der Location gefunden. Und so habe ich bei meinem nächsten Besuch die Kamera eingepackt und mir viel Zeit für diese Fotoserie genommen.

Stille Plätze sind überall. Staubige Füße auch.

Ein bisschen ein mulmiges Gefühl hatte ich beim shooten schon. Das Gelände ist zum Teil eine verlassene Fabrik bzw. Lagerhalle. Nicht unbedingt meine beste Idee, in Flip Flops los zu ziehen. Spätestens als ich im Fotografieren versunken war, latschte ich schon mal über spitze Gegenstände oder durch Ansammlungen undefinierbarer Lachen am Boden. Glücklicherweise dominierten Schutt und Asche das Bodenareal. Das Wasser wurde durch den ganzen Staub an den Beinen quasi neutralisiert. Unglaublich, was zuhause dann beim Duschen für Schmutz in den Ausguss geronnen ist. Eine schöne Erinnerung an ein tolles Shooting. Aber wer möchte an einem heißen Sommertag schon schweißnasse Füße bekommen, wenn er stattdessen Staub zwischen die Zehen haben kann.

Auszug aus meiner Serie „Stille Plätze“

Da ich etwas mehr Zeit am Gelände verbracht habe, ist eine tolle Vielzahl an spannenden Motiven entstanden. Einige davon möchte ich gerne hier im Blog mit euch teilen. Viel Spaß beim Ansehen.

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2 Gedanken zu “Stille Plätze

  1. Pingback: Stille Plätze 2 | Michania Fotografie

  2. Pingback: Stille Plätze 3 | Michania Fotografie

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